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Traumjob finden: Die besten Praxistipps von Top-Experten

Wie Sie Ihren Traumjob finden

Was ist ein Traumjob? 

Wunsch und Wirklichkeit 

Traumjobs oder Traumberufe werden oft mit blumigen Worten wie Selbstverwirklichung, Erfüllung oder Berufung beschrieben – und das bei guter Bezahlung, Sicherheit und freundlichem Betriebsklima. Derart naive Vorstellungen haben nach neuesten Erkenntnissen nicht viel mit der Realität zu tun. Das gilt auch für viele Traumjobs (oder Modeberufe), die in der Wirklichkeit des Alltags völlig anders aussehen. Unsere Befragung von Top Experten aus der Praxis ergibt ein völlig anderes Bild und zeigt, worauf es beim so genannten Traumjob oder Traumberuf wirklich ankommt (das Matching).

Was sagen Menschen, die einen Traumjob bereits gefunden haben?

Menschen, die ihren Traumjob gefunden haben, sagen, ihre Arbeit mache „einfach Spaß“; sie freuen sich darauf, morgens aufzustehen und voller Energie und Freude an die Arbeit zu gehen. Meistens ist es ihnen gar nicht bewusst, warum das so ist. Die Erklärung: Es müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Wer einen Traumjob hat, empfindet seine Aufgabe nicht als anstrengend oder mühsam. Der Grund: seine Stärken (Kompetenzen) passen ideal zu den Anforderungen. Deshalb fällt diesen Menschen die Arbeit leicht (bei positivem Stress). Oft sagen sie auch: „Mein Beruf ist mein Hobby“. Diese Bedingung allein reicht aber nicht aus für einen Traumjob. 
  • Zweitens, sie empfinden ihre Arbeit als sinnvoll und wichtig, weil sie Anderen nutzt oder Freude bereitet. Sie haben die gleichen Werte wie ihre Zielgruppe. Dadurch ernten sie viel Anerkennung und Wertschätzung. Das gibt ihnen viel Energie. 
  • Die dritte Bedingung für einen Traumjob ist dann erfüllt, wenn die Persönlichkeit (der Charakter) des Mitarbeiters zur Persönlichkeit der Organisation (der Unternehmenskultur) passt. Wichtig ist dabei die tatsächlich gelebte - und nicht die veröffentlichte Kultur. 

Diese Bedingungen geben Antwort auf die häufig gestellte Frage: „Was muss ein Traumjob haben". Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Arzt nicht unbedingt als Arzt in einer Klinik oder einer eigenen Praxis arbeiten muss. Viele Ärzte haben ihren Traumjob zum Beispiel im Management oder als Unternehmer gefunden. 

Wichtig: Kompetenzen (Stärken und Talente), Persönlichkeitsmerkmale und Wertvorstellungen sollte man nur mit wissenschaftlich fundierten Testverfahren bestimmen. Schließlich steht Ihre berufliche (und private) Zukunft auf dem Spiel. Verwenden Sie zur Diagnose Ihrer Stärken, Schwächen und Potenziale nur validierten Methoden, wie sie zum Beispiel in der DIN-Norm 33430 vorgeschlagen werden. Mit anderen Worten: Das Matching sollte wissenschaftlich fundiert (valide) sein. Wie weit Sie in Ihrer Entwicklung kommen können, zeigt eine systematische Potenzialanalyse

Wie Sie Ihren Traumjob finden: Tipps von Top-Experten

1. Erstellen Sie Ihr Kompetenz-, Werte- und Persönlichkeitsprofil

Vorschlag: Bevor Sie weiterlesen, sollten Sie möglichst unvoreingenommen Ihr Profil erstellen. Es zeigt Ihre Stärken und Schwächen im Vergleich zu einigen Tausend anderer Teilnehmer an diesen (validierten) Tests.  

2. Analysieren Sie die Unternehmenskultur!

Die Persönlichkeit eines Unternehmens nennt man Unternehmenskultur. Sie ist genauso schwer veränderbar wie die Charaktereigenschaften eines Menschen. Die Unternehmenskultur (auch Organisationskultur genannt) ist ein System aus relativ stabilen gemeinsamen Annahmen, Werten und Überzeugungen, Routinen und Gewohnheiten, die das Verhalten von Menschen in einer Organisation nachhaltig beeinflussen. Die Kultur prägt die Art und Weise, wie Mitarbeiter miteinander und mit Kunden umgehen und bestimmt die Identität des Unternehmens. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten herauszufinden, wie die Unternehmenskultur konkret aussieht. Dazu hat das Institut für Management-Innovation einen Test entwickelt. Siehe dazu die Seite "Persönlichkeit und Unternehmenskultur".  

Nicht die "besten", sondern die "passendsten" ... 

Wie findet man heraus, ob jemand optimal zu einem Unternehmen passt? Mit traditionellen Methoden wie zum Beispiel einem Assessment Center oder einem biographischen Interview ist das jedenfalls nicht möglich. Die Praxis der Personalabteilungen der meisten Unternehmen steckt hier noch in den Kinderschuhen. Ausnahmen fanden wir nur bei den beliebtesten Arbeitgebern (aus Fortune 500) oder bei mittelständischen Weltmarktführern (Hidden Champions).

Top Unternehmen suchen nicht nach den vermeintlich „besten“ Absolventen (abgeleitet aus Abschlussnoten oder subjektiven Interpretationen des Lebenslaufs), sondern nach den passendsten  – passend zu den gelebten (!) Werten, zukunftsorientierten Kompetenzen und zur „Persönlichkeit“ des Unternehmens – der tatsächlichen Unternehmenskultur, die in aller Regel nicht viel mit den Aussagen auf Werbebroschüren zu tun hat. 

Erfolgsgeheimnis "Matching"

Nach neuesten Erkenntnissen aus am besten geführten Unternehmen (Best Practice) ist der Blick auf Kompetenzen allein zu kurzsichtig. Um eine Kompetenz wie zum Beispiel Konflikte lösen, Produkte verkaufen oder Verantwortung delegieren zu erwerben, sind mehrere Jahre Übung und Praxis notwendig. Das bedeutet, dass ein Kandidat mehrere Jahre Begeisterung, Ausdauer und Energie mitbringen muss. Nur so kann er Talente oder Fähigkeiten entwickeln. 

Persönlichkeitsmerkmale sind tief verwurzelte, in der frühen Kindheit erworbene oder angeboren Eigenschaften. Sie bestimmen, was wir aus unseren Fähigkeiten und Talenten machen. Aus diesem Grund muss ein optimales Matching alle drei Elemente enthalten: Kompetenzen, Persönlichkeitsmerkmale und Werte, die ebenfalls nur schwer veränderbar sind. Dabei ist zu beachten, dass auch ein Unternehmen eine „Persönlichkeit“ hat. Man nennt sie Unternehmenskultur. Die nachfolgende Abbildung zeigt das Prinzip eines Matching: 

Matching von Stärken und Anforderungen

Abbildung: Das Machting-Prinzip (vereinfacht dargestellt). Siehe dazu ausführlich: Pelz, W.: Persönlichkeit gewinnt. Fokussiertes Recruiting mit dem berufsbezogenen Persönlichkeitstest. Schäffer-Poeschel Verlag 2023

Betrachten wir die drei Bedingungen für einen Traumjob oder ein optimales Matching ("Perfect Match") etwas genauer!

Welche Kompetenzen sind für den Traumjob wichtig?

Was sind Kompetenzen?

Eine Kompetenz ist die Summe von Erfahrungen, Fähigkeiten und Wissen, die notwendig sind, eine bestimmte Aufgabe oder Herausforderung zu meistern. Viele Menschen sind frustriert, weil sie - subjektiv gesehen - hervorragende Fähigkeiten oder Talente haben, diese aber in einem bestimmten Umfeld gar nicht gebraucht werden, also nicht relevant sind. 

Von Kompetenzen kann man nur sprechen, wenn man die Aufgabe oder das Ziel kennt. Beispielsweise gibt es in der Praxis mindestens acht verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten, die man Karrieren nennt. Und jede Karriere erfordert andere Stärken, Fähigkeiten und Talente. Klären Sie also zunächst, welche Karrieremöglichkeit am besten zu Ihnen passt (Link zum Karriere-Test). 

„Richtige“, oder zur Aufgabe passende Kompetenzen (Fähigkeiten) sind die erste Bedingung für Erfolg und Zufriedenheit im Beruf und Privatleben. Was heißt aber Erfolg? Man kann Erfolg definieren als die Realisierung persönlicher Ziele, Wünsche oder Idealvorstellungen. Es können materielle (z. B. Geld und Einkommen) oder immaterielle (z. B. Wertschätzung und Anerkennung) Ziele oder Ideale sein.

Die Ziele können mehr oder weniger ehrgeizig und anspruchsvoll sein - sie müssen aber authentisch (nicht fremdbestimmt) sein und zu den Werten und zum Charakter passen, damit man von einem Traumjob sprechen kann. Diese Themen werden in den nächsten Abschnitten erklärt. 

Wie man Talente entdeckt

  • Wie findet man heraus, welche Stärken und Schwächen jemand hat? Erfolg wird man nur dann haben, wenn man sich seiner Stärken und Talente bewusst ist und diese gezielt einsetzt, um klar formulierte Ziele mit geringem Aufwand umzusetzen. 
  • Ansonsten wird man viel (negativen) Stress mit zahlreichen Fehlschlägen und Niederlagen erleben. Ein Traumjob kann das nicht sein. 
  •  Eine Möglichkeit, Stärken oder Talente zu finden hat Howard Gardner in einer Studie der Harvard University vorgeschlagen. Er fand heraus, dass neben der logisch-mathematischen noch mindestens sechs weitere Intelligenzen existieren. Hinzu kommt eine weitere, die praktische Intelligenz, die der Volksmund als Cleverness (Schlauheit oder Klugheit) bezeichnet.
  • Intelligenz ist nach Gardner definiert als die Fähigkeit, praktische Probleme zu lösen oder Herausforderungen geschickt zu meistern.
  • Zur Vertiefung dieses Themas, der Suche nach Talenten, empfehlen wir  die Bücher von Howard Gardner („Miltiple Intelligences“) und von Robert Sternberg („Erfolgsintelligenz – warum wir mehr brauchen als EQ und IQ“).
  • Außerdem empfehlen wir verschiedene Tests mit denen Sie Ihre persönlichen Stärken und Schwächen einschätzen können. Zu diesem Selbstbild solle man noch das Fremdbild hinzuziehen - zum Beispiel in einem 360-Grad-Feedback.

Welche Kompetenzen die beliebtesten Arbeitgeber erwarten

Die Auswahl dieser Kernkompetenzen  erfolgte nach zwei Kriterien. Das eine Kriterium ist die Häufigkeit, mit der diese Fähigkeiten von den beliebtesten Arbeitgebern (aus Fortune 500 und Hidden Champions) bei der Einstellung Auswahl und Entwicklung von Potenzialträgern verwendet werden. 

Das zweite Kriterium ist die Frage, wie gut sie die zukünftige Leistung und den Erfolg der Kandidaten voraussagen können (prädiktive Validität). Die Gütekriterien des Tests (Validität, Reliabilität und Normierung) erfüllen voll die Kriterien der DIN Norm 3340 (Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik). Eine verständliche Erklärung der Gütekriterien finden Sie auf der Seite "Gütekriterien von Fragebögen - Tipps für die Praxis". 

Hier können Sie Ihre Kompetenzen für den Traumjob testen!

Unter dem folgenden Link können Sie den Test durchführen und ihr persönliches Stärken-Schwächen-Profil im Vergleich zu anderen Personen erstellen:

>> Test von 10 Kernkompetenzen für Potenzialträger (Ihr Stärken-Schwächen-Profil im Vergleich zu einigen Tausend anderer Test-Teilnehmer)

Zum Stärken-Schwächen-Profil Ihrer Kompetenzen müssen noch die zwei anderen Profile hinzukommen, das Persönlichkeitsprofil und das Werteprofil. Diese werden in den nächsten Kapiteln beschrieben und bilden zusammen die Bedingungen für Ihren Traumjob.

Warum für den Traumjob klare persönliche Werte notwendig sind

Werte und Traumjob

Was Ihnen wirklich wichtig ist

Der berühmte Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi von der University of Chicago hat den Sinn der Arbeit mit folgenden Worten auf den Punkt gebracht:

„Die Menschen wollen für einen Zweck arbeiten, nicht einfach nur für ihren Lebensunterhalt … sie brauchen ein Ziel, das eine planlose Existenz in ein zweckgerichtetes und erfreuliches Abenteuer verwandelt.“ 

Eine typische Aussage von Menschen mit Traumjob lautet:

„Meine Arbeit hat einen tieferen Sinn und Zweck als ‚nur‘ Spaß, Lob, Einkommen oder (sozialer) Status.“ 

Unsere Befragung von rund 20.000 Fach- und Führungskräften fand die Erklärung dafür, welche Gefühle zufriedene und zugleich erfolgreiche Menschen am häufigsten haben:

  • Sie empfinden sich als „wertvolles“ Mitglied einer Gemeinschaft mit gemeinsamen Werten und Zielen. 
  • Sie verbessern regelmäßig ihre Fähigkeiten und haben dadurch Erfolgserlebnisse, auf die sie stolz sind. 
  • Die Erfolgserlebnisse und das Gefühl, eine sinnvolle Aufgabe zu haben, stärken ihr Selbstvertrauen. Damit erwerben sie größere Freiräume, stärken ihr Verantwortungsbewusstsein und gewinnen Respekt, legitime Macht und Einfluss. 

Diesen Zusammenhang nennt man auch die „Erfolgsspirale“ die typisch für einen Traumjob ist.

Authentische oder „synthetische“ Werte

Wertvorstellungen werden sehr stark vom sozialen Umfeld geprägt. Dazu gehören Eltern, Lehrer, Freunde, Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Modetrends und die verschiedensten Medien – vom Internet über Rundfunk und Zeitschriften bis hin zu Hollywood (Schauspieler und die Rollen, die sie verkörpern, Idole, stilisierte „Vorbilder“ und „Promis“). 

Die Folge kann eine Fremdbestimmung der eigenen Werte sein. Diese Menschen leben dann nicht das eigene, sondern ein fremdes Leben. Sie sind konfus, unsicher, zerstreut, depressiv und leicht manipulierbar; sie haben keinen inneren Kompass und werden keinen Traumjob realisieren. 

Was Sie wirklich wollen (um es im Traumjob zu realisieren)

Auf dieses Phänomen hat vor vielen Jahren bereits Erich Fromm hingewiesen, indem er sagte: 

„Wir verwenden unsere ganze Energie darauf, das zu bekommen, was wir haben wollen, und die meisten Menschen fragen nie nach der Voraussetzung dafür: dass sie nämlich wissen, was sie wirklich wollen“. 

Daraus folgt die Empfehlung, die eigenen Werte selbstkritisch zu hinterfragen, inwiefern sie wirklich authentisch oder fremdbestimmt sind. Dazu haben sich zwei Methoden bewährt. Die erste ist eine Übung zur Festlegung Ihrer authentischen Werte. Die zweite ist ein (validierter) Test zur Ermittlung Ihres Werteprofils für Ihren Traumjob. 

Erste Methode: authentische Werte für den Traumjob festlegen (Instruktionen)

A. Wählen Sie aus der folgenden Liste sieben (aus 50) Werten aus, von denen Sie meinen, dass sie Ihnen besonders wichtig sind:

  • Gerechtigkeit/Fairness, Gleichbehandlung, Objektivität, Unbefangenheit, Wohlwollen, Toleranz, Ausgleich
  • Persönliches Wachstum/Reife, Ehrgeiz, Energie, Neugier, Kreativität, Leistung, Offenheit (für neue Erfahrungen) 
  • Vertrauen, Integrität, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Kompetenz, Gradlinigkeit 
  • Respekt/Würde, Wertschätzung, Höflichkeit, Anstand, Zuvorkommenheit, Akzeptanz
  • Verantwortung, Beharrlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Umsicht, Beherrschung, Sorgfalt, Einsatz  
  • Gemeinsinn, Optimismus, Interesse an Anderen, Hilfsbereitschaft, Loyalität, Fürsorge
  • Genuss/Schönheit, Ästhetik, sinnliche Befriedigung, Lebensfreude, Spaß, Humor, Unterhaltung

B. Definieren Sie Ihre Werte. Was verstehen Sie zum Beispiel unter Toleranz, Fairness, Verantwortung oder Vertrauen.

Prüfen Sie, inwiefern Sie Ihre Werte in Ihrem derzeitigen Umfeld oder Ihrer derzeitigen Organisation tatsächlich realisieren können. Ist es möglich, zum Beispiel Respekt, Wertschätzung, Verantwortung oder Integrität zu erleben und zu praktizieren! 

C. Passen sie zu Ihrem Traumjob?

Sollte das nicht der Fall sein, macht es nicht den geringsten Sinn, sich bei einer derartigen Firma oder Organisation zu bewerben. Die tatsächlich gelebten Werte kann man mit ein paar Klicks herausfinden. Äußerste Vorsicht ist geboten, wenn Organisationen zum Beispiel behaupten: „Wir leben unsere Werte“. Hier ist ein Traumjob sehr unwahrscheinlich. 

Zweite Methode: Erstellung Ihres Werteprofils für Ihren Traumjob online 

Während die erste Methode für Menschen gedacht ist, die sich noch nie Gedanken über ihre Werte gemacht haben, basiert der folgende Test auf einer Befragung der jungen Generation (bis 35 Jahre) mit Hochschulabschluss und einigen Jahren Berufserfahrung.

Mit diesem Test erstellen Sie ein Werteprofil im Vergleich zu anderen Personen, die diesen Test bereits absolviert haben. Dies ist der direkte Link zum Test:  

>> Persönliches Werteprofil erstellen 

Zu Ihrem Persönlichkeitsprofil gehören (neben Werten und Kompetenzen) auch Ihre Charaktereigenschaften als Elemente Ihres Traumjobs. Diese werden im nächsten Kapitel beschrieben.

Welche Rolle spielt der Charakter beim Traumjob?

Traumjob und Persönlichkeit (Charakter)

Definition: Persönlichkeit und Charakter

Unter Persönlichkeit versteht man einzigartige Persönlichkeitsmerkmale oder Eigenarten des Menschen. Sie entstanden durch Vererbung und Erziehung und haben sich im Lauf des Lebens verfestigt. 

Die Bezeichnung Charakter wurde durch den Einfluss der amerikanischen Psychologie durch den Begriff Persönlichkeit ersetzt. Man kann also beide Begriffe synonym verwenden (Brockhaus Psychologie).

Es gibt - je nach dem, wie man zählt - rund 20.000 Persönlichkeitsmerkmale. Sie werden in so genannten Persönlichkeitstests mit statistischen Methoden zu vier bis über 20 Hauptmerkmalen (Faktoren) zusammengefasst. 

Beispiele für Charaktereigenschaften sind: aus sich herausgehend, sensibel, impulsiv, intelligent, wagemutig, gewissenhaft, misstrauisch, experimentierfreudig, ängstlich, egozentrisch, kühl, warmherzig, narzisstisch usw. 

Die Bedeutung der Persönlichkeit hat der legendäre Vordenker im Management, Peter Drucker, wie folgt formuliert: 

"What a manager has to be able to do can be learned... But one quality cannot be learned ... It is not genius; it is character."

Worauf es bei der Persönlichkeit (dem Charakter) ankommt

Die oben genannte Definition deutet an, dass die Persönlichkeit eines Menschen nur schwer oder gar nicht veränderbar ist. Folglich kann man Persönlichkeitseigenschaften mit vertretbarem Aufwand (zum Beispiel in einem Seminar, Training oder Coaching) weder erlernen noch verlernen. Und ein Assessment Center ist für die Diagnose der Persönlichkeit völlig ungeeignet und somit auch nicht in der Lage, einen Traumjob zu realisieren. 

Die "Persönlichkeit" des Unternehmens

Die Charaktereigenschaften sind besonders wichtig bei der Auswahl von Kandidaten im Einstellungsgespräch oder bei Entscheidungen darüber, wer in den Kreis der Potenzialträger aufgenommen werden soll, aus dem zukünftige Führungskräfte ausgewählt werden. Hat man die "falschen" Personen ausgewählt und in die Spitzenpositionen befördert, ist eine Veränderung der Unternehmenskultur so gut wie ausgeschlossen. 

Es ist kein Zufall, dass es keinem der großen deutschen Konzerne bislang gelungen ist, eine Unternehmenskultur zu etablieren, wie man sie zum Beispiel von innovativen Unternehmen im Silicon Valley oder in jungen, innovativen Unternehmen kennt. Veränderungen vollziehen sich meistens nur über mehrere Generationen von Managern. 

Passt die Persönlichkeit zur Unternehmenskultur?

Man sollte sich also bei keinem Unternehmen bewerben, das eine Unternehmenskultur (Persönlichkeit) hat, die nicht zur Persönlichkeit eines talentierten Potenzialträgers oder Bewerbers passt und das persönliche Wachstum blockiert. 

Die Herausforderung: In keinem Bewerbungsgespräch oder Assessment Center sind Vertreter der Personalabteilung bereit oder gewillt, über die tatsächliche Unternehmenskultur zu sprechen. Zum Glück hat sich das im Internet-Zeitalter geändert. Heute kann kein großes Unternehmen die tatsächlich gelebte Kultur verheimlichen.  

Das eigene Persönlichkeitsprofil erstellen

Der nachfolgende Link führt zu einem, mit einer Stichprobe von 15.000 Personen validierten, praxisrelevanten Persönlichkeitstest (Gießener Inventar der Persönlichkeit). Erstellen Sie damit Ihr Profil. Beachten Sie dabei, dass es weder glaubwürdig noch nützlich ist, bei allen Dimensionen „möglichst gut“ abzuschneiden. Die meisten erfolgreichen Persönlichkeiten haben drei bis vier Merkmale, bei denen sie sich deutlich von Anderen unterscheiden. Sie sind nicht, wie der Volksmund sagt, weder Fisch noch Fleisch. 

>> Der Link lautet: Gießener Inventar der Persönlichkeit

Nachdem Sie mit diesem Test Ihr Persönlichkeitsprofil erstellt haben, legen Sie bitte die zwei anderen Profile hinzu (siehe Abschnitt "Profile erstellen").

Das Gelernte in die Tat umsetzen und die persönliche Vision leben! 

Nachdem Sie die für einen Traumjob notwendigen Profile erstellt haben, sollten Sie einen persönlichen Entwicklungsplan erarbeiten und ihn mit Ihrem direkten Vorgesetzten, einem Freund oder einem qualifizierten Coach besprechen. Unser Institut bietet dazu das seit Jahren bewährte Management-Coaching an. Bei Fragen können Sie direkt Kontakt mit uns aufnehmen.

Die nachfolgende Abbildung fasst das Wesentliche zusammen. Die wichtigste Erkenntnis aus der Motivationsforschung besagt, dass eine persönliche Zielsetzung (Vision) die stärkste Motivationskraft hat.

Das ist aber nur dann der Fall, wenn Ihre persönlichen Werte, Charaktereigenschaften und Kompetenzen (Stärken) diese Vision unterstützen. So wird sie realistisch („sichtbar“) und mobilisiert die eigenen Kräfte und die Unterstützung Ihres Umfeldes. Das ist das Geheimnis aller besonders erfolgreichen Menschen.

Traumjob finden: Vision, Werte und Persönlichkeit

Merke!

Die amerikanische Schriftstellerin Helen Keller sagte:

„The only thing worse than being blind
 is having sight but no vision“